SUDAN | Schwere Regenfälle in den Nuba-Bergen

Artikelinfo
Datum: 
24.05.2017
Autor: 
Office Cap Anamur

 

Normalerweise ist zu dieser Jahreszeit in den Nuba-Bergen Gesang zu hören. Denn eigentlich sollten die Bewohner des vom Krieg gebeutelten Gebietes im Sudan nun mit der Aussaat der Ernte beginnen - eine Arbeit, die normalerweise singend verrichtet wird. Doch an Gesang und Ernte ist aktuell nicht zu denken, denn die ersten Regenfällt setzten dieses Jahr unerwartet früh und heftig ein. Nachdem es in den letzten Jahren in dem Gebiet auch zur Regenzeit nur selten geregnet hat, waren die Unwetter für die Bewohner nun besonders überraschend.

Seit mehr als einer Woche ziehen täglich Gewitterstürme über das vom Krieg gebeutelte Gebiet der Nuba. Die strömenden Wassermassen machen weder vor Menschen noch vor Gebäuden halt. Lange halten die meist nur mit Gras bedeckten und aus Lehm gebauten Häuser dem Wasser nicht stand. Einige Häuser wurden komplett zerstört oder vom Fluss weggerissen. Und die Unwetter forderten auch einige Todesopfer: Acht Kinder und eine Frau fielen den Fluten bereits zum Opfer.

Auch unser Krankenhaus in Lwere ist von der Naturgewalt betroffen: Da sich Lwere in einem engem Tal zwischen zwei Bergketten befindet, da unser Krankenhaus dort den besten natürlichen Schutz vor den Bombenangriffen hat, richteten sowohl die  Schlammlawinen von den Bergen, als auch die Wassermassen, die den Flusspegel in kürzester Zeit um bis zu drei Meter anstiegen ließen, viel Schaden an. Wege und Treppen wurden weggespült und ein Teil der neu errichteten Wand wurde vom Wasser fortgerissen. Die Wasserablaufgräben wurden durch den vom Berg herabstürzenden Schlamm überspült, Wasser drang in viele Gebäude ein. Drei Bettenhäuser sind vom Einsturz bedroht.

Unsere Mitarbeiter sind nun damit beschäftigt, die Gräben neu auszuheben, Sandsäcke zu füllen und Räume und Material vom Schlamm zu befreien. Da mit dem Regen auch die Malariazeit beginnt und dann jedes Bett im Krankenhaus gebraucht wird, steht in den kommenden Tagen vor allem die Reparatur der Gebäude im Vordergrund.