WELTFLÜCHTLINGSTAG | Cap Anamur unterstützt Flüchtlinge weltweit

Artikelinfo
Datum: 
20.06.2017
Autor: 
Office Cap Anamur

Die Wohnung, den Beruf, das ganze Hab und Gut und häufig sogar die eigene Familie zurückzulassen und in einem fremden Land neu anzufangen, ist für die meisten Menschen unvorstellbar. Es ist für uns nur schwer nachvollziehbar, welche Ängste und welche Bedrohungen Menschen zu einem solch radikalen Schritt bewegen. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sahen sich im Jahr 2016 über 65 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen.

Syrien ist laut UNHCR die größte Vertriebenenkrise weltweit. Bereits zwölf Millionen Menschen flohen dort vor dem im Jahr 2011 begonnen Bürgerkrieg. Viele der Vertriebenen hoffen, bald in ihre Heimat zurückkehren zu können und haben sich daher unweit von Syrien, im Nachbarland Jordanien, notdürftig niedergelassen. In drei Kliniken versorgt Cap Anamur dort kostenfrei syrische Flüchtlinge. Weiterhin unterstützen wir mehrere Untergrundkliniken in Syrien.

Auch im Libanon versorgt Cap Anamur syrische Flüchtlinge. Offiziell leben 4,3 Millionen Libanesen in ihrem Geburtsland, das noch nicht einmal halb so viel Fläche hat wie Bayern. Dazu kommen eine halbe Million Palästinenser, die seit Jahrzehnten in ihren Camps leben – und nun, seit einigen Jahren, auch syrische Flüchtlinge. Genaue Zahlen, wie viele Flüchtlinge sich aktuell im Libanon aufhalten, gibt es nicht. Doch zu den rund 1,2 Millionen offiziell registrierte Syrern kommt eine Dunkelziffer von bis zu 500.000. Das bedeutet, dass etwa die Hälfte der derzeitigen Population im Libanon aus Flüchtlingen besteht. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern haben Flüchtlingskinder im Libanon ein Recht auf Schulbildung. Leider haben nur wenige Kinder tatsächlich die Möglichkeit, eine Schule zu erreichen. Cap Anamur sorgt für den Transport dieser Kinder zu ihren Schulen. Darüber hinaus organisieren wir kleine Reparaturen in den Siedlungen. Dabei geht es meist um Wasserpumpen oder Geräte für die Müllbeseitigung, um die hygienische Situation zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

Neben der medizinischen Hilfe in Jordanien und im Libanon unterstützen wir auch das vertriebene Volk der Nuba im Sudan. Der Sudan gehört zu den Ländern mit den meisten Binnenflüchtlingen weltweit. Cap Anamur hilft deswegen den Menschen direkt vor Ort, liefert ihnen Hilfsgüter und ermöglicht ihre medizinische Versorgung.